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5 typische Finanzfehler, die dich im Hamsterrad halten

von | Mrz 19, 2021 | Finanzielle Freiheit

Lesezeit: 15 Minuten

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  3. 5 typische Finanzfehler, die dich im Hamsterrad halten

Inhalt

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Typischer Finanzfehler 1: Zu viel Geld ausgeben

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Typischer Finanzfehler 2: Schleichende Kosten ignorieren

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Typischer Finanzfehler 3: Das Geld unverzinst herumliegen lassen

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Typischer Finanzfehler 4: Eine Immobilie kaufen, um die Miete zu sparen

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Typischer Finanzfehler 5: „Finanzprodukte“ kaufen

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Fazit: Finanzielle Intelligenz verhindert die typischen Finanzfehler und gibt dir die Freiheit, die du für dein ideales Leben brauchst

Du verdienst seit Jahren gut und musst dir eigentlich keine Sorgen um Geld machen. Doch deine Rücklagen bestehen aus einem halb angesparten Bausparer, etwas Geld auf dem Sparbuch und einer kleinen Summe für Notfälle auf dem Tagesgeldkonto? Um deinen Lebensstandard zu halten, musst du immer mehr verdienen? Dann halten dich wahrscheinlich diese fünf typischen Finanzfehler im Hamsterrad.

Typischer Finanzfehler 1: Zu viel Geld ausgeben

Diesen typischen Finanzfehler machen die meisten Menschen. Deshalb bin ich mir fast sicher, dass es dir genauso geht. Geben wir es doch einfach zu: Wir alle sind willige Opfer in den Klauen der Marketing-Industrie und geben einfach zu viel aus.

Andererseits sind wir zwar gern großzügig, wenn es um den Kauf von Konsumprodulten geht. Doch wenn es darum geht, Geld für unsere Gesundheit, etwas mehr Freizeit oder unsere innere Zufriedenheit auszugeben, werden wir plötzlich sparsam.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Geld auszugeben, auch für Konsumgüter. Das können auch mal größere Summen sein. Wir möchten das Leben ja genießen und nicht wie die Spartaner leben. Allerdings solltest du nie vergessen, dass du für Geld, das du ausgibst, in der Regel auch arbeiten musst. Es sei denn, du hast schon ein Stück finanzielle Freiheit erobert und das Geld fließt von alleine auf dein Konto. Wenn das nicht der Fall ist (und davon gehe ich aus), dann opferst du bei jeder Anschaffung deine Lebenszeit für deinen Einkauf.

In einem idealen, selbstbestimmten Leben gibst du Geld genau dann aus, wenn du dich bewusst dafür entschieden hast. Deshalb solltest du vor allem die Ausgaben vermeiden, die dich weder weiterbringen noch glücklich machen. Genau diese Ausgaben halten dich nämlich nur im Hamsterrad.

Macht mich das wirklich glücklich?

Der Unterschied zwischen „das will ich haben!“ und „das macht mich wirklich glücklich“ ist nicht ganz einfach zu erkennen. Mein Tipp: Übersetze einfach, besonders bei größeren Ausgaben, Euro in Arbeitszeit. Ganz über den Daumen gepeilt. Denn das ist eine gute Stütze für dein Bauchgefühl. Gleichzeitig hilft es dir, den typischen Finanzfehler „zu viel Geld ausgeben“ smart zu vermeiden.

Stehst du zum Beispiel gerade vor dem blank polierten Luxus-Neuwagen und stellst dir vor, wie du damit über die Autobahn donnerst? Hat der Autoverkäufer schon einen fiebrigen Glanz in den Augen?

Dann lass kurz deinen inneren Finanzfuchs zu Wort kommen, bevor du unterschreibst. Denn er wird dir sagen, dass du für einen 95.000-Euro-Schlitten auch bei einem Traum-Gehalt mindestens ein Jahr lang für das Geld gearbeitet hast. Nach Abzug von Steuern und laufenden Kosten vermutlich sogar wesentlich länger.

Mindestens 1700 Stunden hast du also für dieses Wahnsinnsgefährt im Büro (oder wo auch immer dein Job sich abspielt) verbracht. Ist der Luxuswagen jetzt noch immer so attraktiv? Dann kauf ihn dir und genieße es! Wenn nicht, dann überleg dir einfach, ob es nicht ein kleineres Modell, ein Jahreswagen oder etwas weniger Ausstattung auch tut. Womöglich wird auch dein alter Wagen plötzlich wieder attraktiv…

Denn wenn du Summen in dieser Höhe einsparst, kannst du dir locker kürzere Arbeitszeiten und wesentlich mehr Zeit und Lebensqualität leisten. Während deine Kollegen in ihren 340 PS-Schlitten im Nachmittags-Berufsverkehr nach Hause schleichen, liegst du schon längst im Liegestuhl und genießt die Sonne. Es ist allein deine Entscheidung, was dir im Leben wichtiger ist.

So bringt dich der Ankereffekt dazu, mehr Geld auszugeben

Hast du schon einmal vom Ankereffekt (anchoring effect) gehört? Auch wenn du ihn nicht kennst, schlägt er gnadenlos bei dir zu. Deshalb ist es eine gute Idee, diesen Schurken etwas näher kennenzulernen.

Der Ankereffekt ist eine kognitive Verzerrung. Das bedeutet, er verändert deine Wahrnehmung. Dadurch sorgt er dafür, dass du deine Entscheidungen aufgrund falscher oder vollkommen irrelevanter Informationen triffst. Da wir beim Thema typische Finanzfehler und „zu viel Geld ausgeben“ sind, nenne ich dir Beispiele in Bezug auf das Kaufverhalten.

Popart Hausfrau

Nehmen wir an, du überlegst dir den Kauf von zwei Dingen: Einem neuen Fernseher für 500 Euro und einer CD für 15 Euro. Als du vor dem jeweiligen Regal stehst, siehst du, dass beide Produkte gerade im Preis reduziert sind. Die CD kostet jetzt nur noch 10 Euro, der Fernseher noch 495 Euro.

Fakt ist: In beiden Fällen hast du die gleiche Summe gespart und kannst dich über 5 Euro mehr im Geldbeutel freuen. Der Ankereffekt sorgt aber dafür, dass der Originalpreis dein Fixpunkt ist. Deshalb freust du dich tatsächlich über den Rabatt bei der CD, aber nicht über die lumpigen 5 Euro beim Fernseher.

Vor allem bei sehr teuren Anschaffungen wie einem Neuwagen oder einer Immobilie hat der Ankereffekt seinen ganz großen Auftritt und führt zu einem sehr häufigen Finanzfehler. Wenn du heute in den Baumarkt gehst und nur einen einzelnen Lichtschalter kaufst, vergleichst du zunächst die Preise. Du entscheidest dich dann (bei gleicher Qualität) wahrscheinlich für den Schalter für 15 Euro anstatt für den 20-Euro-Schalter. Bist du aber im Begriff, eine Immobilie für 750.000 Euro zu kaufen und suchst dabei die Lichtschalter fürs ganze Haus aus (sagen wir, es wären 50 Stück), dann wird es dir fast schon egal sein, ob du nun 750 Euro oder 1000 Euro ausgibst.

Behalte also bei größeren Anschaffungen immer den Ankereffekt im Hinterkopf und frag dich, ob er dir gerade unnötig viel Geld aus der Tasche zieht.

Typischer Finanzfehler 2: Schleichende Kosten ignorieren

Besitzt du auch dieses klassische Sammelsurium an Abos, Mitgliedschaften und Versicherungen, die sich im Lauf der Jahre angesammelt haben? Du bist damit nicht allein. Das ist ein ganz typischer Finanzfehler, den die meisten Menschen machen. Es geht in den meisten Fällen nicht um Unsummen, doch auch die kleinen Beträge sind auf Dauer eine Hamsterrad-Falle.

Denn erstens achten wir nicht mehr besonders auf die kleinen Beträge, sobald das Gehalt in die Sorglos-Zone eintritt. Zweitens ist es meistens wesentlich einfacher, eine Mitgliedschaft oder ein Abo abzuschließen, als es wieder zu kündigen. Insbesondere weil so eine Kündigung oft gleichzeitig mit einer gefühlten Niederlage einhergeht.

  • Die Mitgliedschaft im Fitness-Center. Hand aufs Herz: Wie lange zahlst du dort schon Beiträge und wann warst du zum letzten Mal dort?
  • Dein Zeitschriften-Abo: Liest du die Zeitschrift wirklich oder wandert sie direkt aus dem Postfach auf den riesigen To-Do-Stapel?
  • Brauchst du wirklich Netflix und Maxdome oder reicht auch eins von beiden?
  • Besitzt du Versicherungen für Dinge, die du im Schadensfall problemlos aus der Portokasse ersetzen könntest?
  • Läuft dein Auto immer noch auf Vollkasko, obwohl es seine besten Jahre schon hinter sich hat?

Dann wird es Zeit, einmal ordentlich auszumisten. Gesteh dir ehrlich ein, dass du weder Zeit noch Lust hast, in die Muckibude zu gehen oder wöchentlich eine Zeitschrift zu lesen. Das ist keineswegs eine Niederlage oder ein Versagen, im Gegenteil. Es ist ein sehr erwachsener Schritt. Denn du entscheidest dich in dem Moment aus freiem Willen, eine Sache nicht mehr zu tun, die dich im Moment nicht weiterbringt.

Ein Kündigungsservice kann dir helfen, die Kündigung schnell und einfach zu erledigen. Du sparst dir das lästige Aufsetzen von Kündigungsschreiben, das Heraussuchen der Adresse und das Durchlesen von Vertragsklauseln. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Abo-Alarm gemacht.

Typischer Finanzfehler 3: Das Geld unverzinst herumliegen lassen

Erwähne ich das Thema Aktien, ernte ich von den meisten Menschen Blicke, die sagen „Hau mir bloß mit dem Zeug ab!“. Die Aussagen reichen von „Pah, das hatte ich auch schon, und ich habe nur Verluste gemacht“ bis zu „Dazu kenne ich mich viel zu wenig aus“. Deshalb besitzen nur knapp 16 Prozent der Deutschen Aktien oder investieren direkt in Fonds.

Dem standen im Jahr 2020 ganze 25 Millionen Bausparverträge gegenüber. Deren Guthabenzins liegt aktuell bei 0,1 Prozent, während die durchschnittliche Abschlussgebühr durchschnittlich 1,6% der Bausparsumme ausmacht. Dennoch besitzt ein großer Teil der Deutschen über Vierzig mindestens einen Bausparvertrag (ich übrigens auch, ich war ja nicht immer ein Finanzfuchs). Sätze wie „Bausparen ist eine sichere Sparanlage für alle Altersgruppen“ sind wohl der Grund dafür.

Dem Bausparguthaben geht es ähnlich wie dem Geld auf dem Sparbuch (0,1% Zinsen) und dem Tagesgeldkonto (0% Zinsen). Unser Guthaben, für das wir so hart gearbeitet haben, dümpelt seit Einführung der Nullzinspolitik nutzlos vor sich hin. Gut, das ist immer noch besser, als es durch riskante Investitionen zu verlieren, oder nicht?

Ab ins Hamsterrad durch die Inflation

Der typische Finanzfehler ist in dem Fall das Übersehen der Inflation. Schlimmer noch, wir verstehen sie erst gar nicht, denn das ist gar nicht so einfach. Die Inflation ist eine Art Reverse-Version der Exponentialkurve, mit der sich das Gehirn von „mathematisch Normalbegabten“ genauso schwer tut. Für die meisten ist Inflation gleichbedeutend mit „Mei, wird halt alles wieder ein bisserl teurer“. Das ist aber leider nicht die ganze Wahrheit.

Überraschte Frau

Denn tatsächlich sinkt mit diesem „bisserl teurer“ die Kaufkraft deiner gesamten Ersparnisse. Der Inflationsrechner zeigt dir das wahre Ausmaß dieses Schadens.

Falls du 50.000,00 Euro seit dem Jahr 2000 annähernd zinslos verwahrst, dann besitzt diese Summe heutzutage noch eine Kaufkraft von 37.240,08 Euro. Du hast also mit der vermeintlich „sicheren“ Verwahrung ein sattes Minus von 12.759,92 Euro gemacht! Dieser typische Finanzfehler kostet dich also sehr viel Geld, das du hart erarbeitet hast. Und zwar ohne dass du es überhaupt bemerkst!

Dabei gibt es relativ simple Alternativen.

Um sie alle auszuloten, empfehle ich dir zum Beispiel das Buch „Cashkurs“ von Dirk Müller. Mit diesem Buch wirst du easy-peasy in die Geheimnisse der Finanzwelt eingeführt.

Eine sehr unkomplizierte Form der Geldanlage möchte ich dir dennoch kurz vorstellen, falls du sie noch nicht kennst.

Lass einen ETF für dich arbeiten!

Eine der simpelsten Alternativen ist ein klassischer ETF (Exchange Traded Fund). Warren Buffet schrieb 2014 in seinem jährlichen Aktionärsbrief, seine Frau solle nach seinem Tod 90% seines Vermögens in S&P-500-ETFs investieren. Und das aus gutem Grund.

Der S&P 500-Index beinhaltet die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen. Mit einer Investition in einen S&P-500-ETF bist du also als Aktionär an den Erfolgen all dieser Firmen beteiligt, und das mit nur wenigen Klicks.

Dabei haben die meisten ETF sehr niedrige Gebühren. Mein Depot beinhaltet zum Beispiel den „Vanguard S&P 500 UCITS ETF (USD) Accumulating“. Dessen jährlichen Gebühren betragen 0,07 Prozent. ETF sind deshalb so günstig, weil sie einfach ihrem jeweiligen Index (wie in diesem Fall dem S&P 500 – Index) folgen, ohne aktiv gemanagt zu werden.

Wie alle Investments haben auch ETF ihre Vor- und Nachteile und gewisse Risiken.

Doch der S&P 500 konnte in den letzten 20 Jahren auf 244,42% zulegen. Hättest du damals 50.000 Euro in einen entsprechenden ETF investiert, dann könntest du dich heute über ein Vermögen von 122.210,00 Euro freuen. Berücksichtigt man dabei noch (über den Daumen gepeilt) den Kaufkraftverlust durch Inflation, bleiben noch immer 91.022,19 Euro übrig. Fast dreimal so viel als hättest du das Geld unter dem virtuellen Kopfkissen aufbewahrt. Und das, obwohl der Index im Krisenjahr 2008 um satte 38,49 Prozent gesunken ist und auch in den drei Jahren 2000 bis 2002 Miese gemacht hat. Auf die Dauer konnte er diese Verluste immer mehr als ausgleichen. Deshalb solltest du diese Art von Investment nicht sofort ins geistige Abseits verbannen.

Falls das Thema ETF komplett neu für dich ist, empfehle ich dir ein Buch von Gerd Kommer, das mir persönlich in der Sache sehr weitergeholfen hat: „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“. Der Einstieg kostet ein wenig Zeit und Recherchen. Außerdem ist die Namensgebung bei ETF nicht gerade Benutzerfreundlich und schreckt manche ab.  Aber hey – sind 53.782,11 Euro, die als passives Einkommen auf dein Konto fließen, ein paar Stunden Aufwand wert oder nicht?

fröhlicher Mann

Typischer Finanzfehler 4: Eine Immobilie kaufen, um die Miete zu sparen

Wir wollen Dinge besitzen statt mieten. Ganz besonders, wenn es um das eigene Zuhause geht. Es klingt ja auch zu verlockend: einmal investieren, für immer die Miete sparen. Außerdem bist du vielleicht, genau wie ich, in einem Eigenheim aufgewachsen und konntest dir noch nie so richtig vorstellen, in Miete zu wohnen. Oder du wohnst schon seit vielen Jahren in Miete und möchtest jetzt endlich etwas Eigenes haben.

Der Wunsch nach deiner eigenen Immobilie

Ich kann dich verstehen. Auch in meiner Brust schlagen zwei Herzen, was dieses Thema anbelangt.

Denn eigentlich bin ich ein klassischer Häuslebauer. Erstens, weil ich gern selbst bestimme, wie mein Zuhause aussehen soll. Zweitens, weil ich gern auf dem Land lebe und die Auswahl an guten Mietobjekten dort überschaubar ist. Drittens, weil es mir natürlich rein vom Bauchgefühl her auch gegen den Strich geht, monatlich eine durchaus stattliche Summe an meinen Vermieter zu überweisen, auch wenn er ein sehr netter Mensch ist. So ähnlich geht es dir wahrscheinlich auch, wenn du den Gedanken an ein Eigenheim in dir trägst. Aber zeigt uns unser Bauchgefühl den richtigen Weg oder schickt es uns stattdessen in die Irre?

Triff deine Entscheidung bewusst

Ich möchte dir wärmstens ans Herz legen, dich vor der Entscheidung unvoreingenommen dem Vergleich zwischen Kaufen oder Mieten zu stellen. Auch hierzu kann ich dir wieder ein Buch empfehlen, das mir sehr geholfen hat: (Gerd Kommer – Kaufen oder mieten).

Ich konnte mir früher nie vorstellen, Mieter zu sein. Dennoch habe ich mich dafür entschieden. Nachdem ich mein Haus aus persönlichen Gründen verkauft hatte, wurde ich vom Eigenheimbesitzer zum Mieter. Nach Abwägen der Vor- und Nachteile bin ich (zumindest im Moment) sogar ein sehr überzeugter Mieter. Denn ich habe wesentlich mehr Freiheit als in meinem Hausbesitzer-Dasein. Als kleine Vorschau auf das Buch von Herrn Kommer möchte ich dir schon vorab verraten, dass Mieten nicht unbedingt die teurere Alternative ist.

Das Wichtigste zum Schluss: Deine Entscheidung muss selbstverständlich nicht rein finanzieller Natur sein, bei aller Liebe zum Optimieren von Finanzen. Wer von Herzen gern ein Haus besitzen möchte, sollte das auch tun. Doch wenn du selbstbestimmt und frei leben möchtest, dann solltest du diese Entscheidung ganz bewusst treffen und alle Argumente berücksichtigen. Deine Entscheidung für ein Haus sollte keinesfalls allein auf dem „Mieten ist teurer als Bauen“-Bauchgefühl oder dem Rat deines Bausparvertreters basieren. Denn beide Varianten führen zu einem häufigen Finanzfehler, den du smart vermeiden solltest. Wenn du ein Haus besitzen möchtest, dann tu es um deiner Liebe zum Haus wegen. Tu es nicht, nur weil du denkst, es wäre günstiger als Mieten.

Typischer Finanzfehler 5: „Finanzprodukte“ kaufen

Jetzt mal ehrlich: Wieviel Zeit hast du beim letzten Handykauf damit verbracht, nach dem perfekten Modell zum günstigsten Preis zu suchen, alle Features zu checken und Tests zu lesen? Stunden? Tage? Wochen? Dabei ging es um den Kauf eines Produkts im Wert von ein paar hundert Euro, das in drei Jahren wieder veraltet sein wird.

Doch wenn es um deine Finanzen geht, dann gehst du zum „Bankberater“ und lässt dir ein Finanzprodukt verkaufen, von dem du eigentlich keine Ahnung hast?

Willkommen in einem Club mit vielen Millionen Mitgliedern. Die meisten Menschen scheuen sich, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen. Dafür gibt es schließlich auch Experten. Doch kannst du dem Bankberater wirklich vertrauen, wenn es um dein Vermögen geht?

Kannst du deinem Bankberater wirklich vertrauen?

Dein Bankberater ist bestimmt ein netter Mensch. Nur eines ist er nicht, und zwar ein Berater. Vor allem nicht DEIN Berater.

Erstens wird er dich keinesfalls unabhängig über verschiedene Anlagemöglichkeiten aufklären. Allein deshalb, weil er an eine bestimmte Bank und deren Produkte gebunden ist. Du müsstest also zumindest mehrere Banken aufsuchen und dich dort beraten lassen, um die Angebote zu vergleichen. Aber wer hat dazu schon Lust?

Zweitens arbeitet dein „Bankberater“ niemals für dich, sondern für seinen Arbeitgeber. Das ist sehr verständlich, denn von diesem bekommt er schließlich auch sein Gehalt oder eine Provision. Wenn also die Bank ein Finanzprodukt gern unter die Leute bringen möchte, dann wird der „Bankberater“ es dir mit einem smarten Lächeln verkaufen. Selbst dann, wenn das Produkt zu deinem Nachteil ist oder gar nicht zu dir passt. Denn die Bank kann ihn entlassen, du aber nicht.

Merke: Ein echter Berater ist jemand, der von dir dafür bezahlt wird, aus verschiedenen Möglichkeiten die optimale auszuwählen. Dieser Berater darf weder Provisionen noch ein Gehalt von anderen Instanzen kassieren. Denn sonst ist es mit der Unabhängigkeit vorbei.

Ein solcher Berater ist zum einen teuer. Das größere Problem ist aber, einen echten Berater zu finden.

Auf meiner Suche vor einigen Jahren landete ich bei einem sympathischen Herrn, der mir auf meine Anfrage hin versicherte, er sei unabhängiger Berater. Deshalb hatte ich mich von Anfang an gewundert, warum ich noch immer keinen Stundensatz oder ein anderes Preisverzeichnis gesehen hatte. Auf mein Nachfragen hin wiegelte er immer charmant ab und sagte „Das machen wir dann schon, sobald ich Ihnen einen wirklich guten Rat geben kann“.

Nach zwei Terminen, in denen ich ihm wesentlich mehr über meine Anlageideen erzählen konnte als er mir, machte er mir einen Vorschlag. Und zwar in Form einer überteuerten Null-acht-fünfzehn-Immobile, die nicht nur 100 Prozent meiner Investitionssumme verschlingen, sondern auch noch die Aufnahme eines hohen Kredits erfordern würde. Selbstverständlich hätte er vom Verkäufer eine Provision bekommen. Ich habe mich bedankt und ihn nie mehr wiedergesehen.

11 Nachteile von Finanzprodukten

Mit „Finanzprodukten“ meine ich alle Investments, die du nicht direkt tätigst, sondern über einen Zweit- oder Drittanbieter.

Du denkst vielleicht, es sei gefährlicher, selbst zu investieren, als dich auf einen Experten zu verlassen. Ich denke aus folgenden Gründen nicht, dass das der Fall ist (siehe auch den Bericht von Stiftung Warentest).

 

  1. Banken verkaufen häufig Finanzprodukte, die nicht zu den Wünschen des Kunden passen.
  2. Die Produktvorschläge sind häufig zu riskant
  3. In vielen Fällen ist das Geld nicht rechtzeitig verfügbar
  4. Der Bankberater interessiert sich vermutlich weitaus mehr für die Höhe seiner Provision als für dein Wohl.
  5. Die Rendite der vermittelten Produkte ist häufig sehr schlecht. So werden zum Beispiel gerne Mischfonds an den Mann gebracht, deren Rendite nachweislich wesentlich schlechter ist als die Rendite einer ähnlich riskanten Eigenmischung aus ETFs.
  6. Die Kosten von Finanzprodukten sind oft sehr hoch und teilweise intransparent für den Kunden.
  7. Finanzprodukte haben meistens eine Kündigungsfrist. Du bekommst dein Geld also nicht sofort und unkompliziert zurück, wenn du es brauchst.
  8. Bei manchen Produkten (wie zum Beispiel vielen Versicherungen) kann der Vertrag nur mit hohen Abschlägen vorzeitig aufgelöst werden.
  9. Die Abschlussgebühren fressen oft die kompletten Beiträge der ersten Monate auf (Das ist besonders bei Bausparverträgen der Fall).
  10. Geschlossene Fonds sind als Anlage wesentlich riskanter als Aktien. Das ist der Fall, wenn der Kunde eine Nachschusspflicht hat. Im Falle einer Fonds-Pleite bedeutet das für dich: Obwohl bereits klar ist, dass du dein Geld nie wiedersehen wirst, musst du noch monate- oder sogar jahrelang deine Beiträge weiter einzahlen. Dennoch werden solche Fonds von „Bankberatern“ an unbedarfte Anleger verkauft.
  11. Auch „Offene Immobilienfonds“ wurden übrigens im Zuge einer Finanzkrise schon zu geschlossenen Immobilienfonds umstrukturiert.

Die Vorteile des Self-Made-Portfolios

Angesichts all dieser Nachteile bist du vielleicht mittlerweile auch überzeugt, dass ein Self-Made-Portfolio die bessere Lösung ist. Wenn du noch unsicher bist, überzeugen dich vielleicht diese Punkte.

  1. Ein Aktiendepot ist bei vielen Banken kostenlos.
  2. Die Gebühren beim Kauf von Aktien fallen nur beim Kauf und Verkauf an. Sie bestehen aus einem prozentualen Anteil der Gesamtsumme. Es gibt keine versteckten Kosten. Im besten Fall werden dir die tatsächlichen Nebenkosten sogar vor dem endgültigen Kauf angezeigt.
  3. Kaufst du dir direkt Aktien oder ETFs, dann entscheidest nur du allein, wie lange du sie behalten möchtest.
  4. Du kannst dir dein Portfolio so zusammenstellen, dass es zu dir und deinen Lebensplänen passt.
  5. Du kannst jederzeit kleine Teile deiner Investments verkaufen. Du hast 50.000 Euro angelegt und brauchst dringend 5000 davon? Kein Problem! Der einzige Nachteil beim Verkauf kleinerer Posten entsteht durch die Order-Pauschale. Diese liegt allerdings unter 5 Euro und ist damit vernachlässigbar – solange du es mit den kleinen Posten nicht übertreibst.
  6. Deine Rendite gehört dir allein.
  7. Wenn deine Anlagen Verluste einfahren, kannst du jederzeit aussteigen und die Verluste zumindest noch steuerlich geltend machen.
  8. Der größte Vorteil von allen: Mit jeder selbstgetätigten Anlage und den erforderlichen Recherchen erhöhst du deine finanzielle Intelligenz!

Fazit: Finanzielle Intelligenz verhindert die typischen Finanzfehler und gibt dir die Freiheit, die du für dein ideales Leben brauchst

Finanzielle Freiheit ist eine wichtige Grundlage für dein freies und selbstbestimmtes Leben. Denn jedes kleine Stück finanzieller Freiheit verschafft dir einen großen Spielraum in der Wahl deines Jobs und deiner Arbeitszeiten. Je mehr du sparst, und je fleißiger dein Geld für dich arbeitet, desto näher rückt dein Ausstieg aus dem Hamsterrad. Endlich kannst du ohne Geldsorgen frei und selbstbestimmt entscheiden, ob du Teilzeit arbeiten, ein Sabbatical genießen oder eher in Rente gehen möchtest.

Finanzielle Intelligenz ist der Schlüssel zu der Freiheit, die du für dein ideales Leben brauchst. Denn sie verhindert die typischen Finanzfehler und gibt dir damit mehr finanziellen Spielraum, um dich selbst zu verwirklichen. Doch du wirst sie nicht erreichen, indem du zu viel Geld mit zu wenig Bedacht ausgibst, schleichende Kosten ignorierst oder Finanzprodukte kaufst, von denen du keine Ahnung hast.

Stattdessen wird es Zeit, dein Leben und deine Finanzen in die Hand zu nehmen. Fang am besten sofort damit an. Investiere die Zeit, die du brauchst, um dir das Wissen über verschiedene Investitionsmöglichkeiten anzueignen. Geh auch ruhig einmal ein kalkuliertes Risiko ein! Beginne mit kleinen Summen, deren Verlust dich nicht in den Bankrott treibt, und spiele einfach mit dem Geld, bis du mehr Sicherheit gewinnst.

Du wirst sehen – selbstbestimmtes Finanzmanagement kann wahnsinnig sexy sein! 😉

Wenn du eine kleine Starthilfe brauchst, bin ich als dein Coach gern an deiner Seite. Ich helfe dir dabei, dein Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten als Finanzfuchs zu stärken. Wir sorgen gemeinsam dafür, dass du deinen idealen Weg findest, die ersten Schritte umsetzt und vor allem dranzubleibst.

Dein Leben.

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Das Leben muss nicht „so sein“. Es kann genau so sein wie du es dir wünschst! Meine Mission ist es, dir beim Design und der Verwirklichung zu helfen.

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